Let´s play ball – DIE Analyse der ersten Runde der Playoffs 2019

Let´s play ball – die 1. Runde der NBA Playoffs:   Pünktlich zum Start der Playoffs starten wir mit unserem ersten NBA-Content. Im Folgenden bekommt ihre eine kurze, messerscharfe, höchst subjektive Analyse aller Serien der 1. Runde präsentiert. Lets play ball!  

Milwaukee Bucks vs. Detroit Pistons – Tipp: 4:0  

Die Bucks waren über die gesamte Saison das konstanteste Team der Liga, was sie am Ende zum ungefährdeten No.1 Seed (60-22) machte. Zu dem sind sie eines der besten on the road Teams mit einer Bilanz von 27-14. Dies sollte vor allem in den Playoffs von Nutzen sein. Offensiv (4th) als auch defensiv (1st) gehörten Sie im Laufe der Regular Season zur absoluten Ligaspitze.  

Statistisch gesehen ist Detroit das schlechteste Playoff-Team dieses Jahr. Mit einem ausgeglichenen Record von 41-41 sicherte man sich die Teilnahme an der diesjährigen Endrunde erst mit 2 Siegen an den letzten beiden Spieltagen. Der Osten ist zwar in der Spitze stark besetzt, lässt nach hinten aber etwas an Qualität vermissen. Dies kam den Pistons als Team dieses Jahr zu gute. Die Leistungen insgesamt pendeln sich offensiv wie defensiv im Ligadurchschnitt ein.

Schaut man jetzt auf die Serie an sich, sehe ich ehrlicherweise nur einen klaren Sieg der Bucks in diesem Best-of-7 voraus. Bereits während der Saison dominierte Milwaukee die 4 Begegnungen nach belieben und konnte alle mit deutlichem Abstand für sich entscheiden. Auch das Matchup gegen Giannis sehe ich als riesen Herausforderung an, da wieder Drummond noch Griffin ihn defensiv wirklich fordern können. Offensiv hingegen kann Blake an vielen Tagen durchaus dominieren, was wiederum eine Chance für Detroit darstellt. Ein weiterer möglicher X-Faktor könnte das 3-Point-Shooting sein. Hier agierten die Pistons in der Defensive überdurchschnittlich gut. Sollte man Milwaukee mit seiner Armada an Schützen und den vielen genommenen 3-Punkt-Würfen hier in Schach halten können, sehe ich zumindest die Möglichkeit für ein paar engere Spiele oder gar einen Sieg. Letzten Endes glaube ich aber an ein schnelles 4:0 für das beste Team der Regular Season.   

Toronto Raptors vs. Orlando Magic – Tipp: 4:1   (jaja ich weiß hier stand erst 4:0, ich meinte aber 4:1. Das hat nix mit dem Win der Magic gestern abend zu tun! 🙂 )

Seit dem Dwighmare hatten die Magic die Playoffs nicht mehr erreicht. Nun ist diese Durststrecke beendet. Genau wie die Pistons provitierten die Magic dieses Jahr von der Schwäche des Ostens nach den Top 5 bzw. 6 und qualifizierten sich mit einem Record von 42:40 für die Playoffs. Insgesamt ist die Saison aber definitiv als Erfolg für dieses junge Team zu sehen, wobei die Qualifikation für die Playoffs als Bonus zu sehen ist. Die Entwicklung des Teams und der einzelnen Spieler steht definitiv im Vordergrund. Dennoch hat Coach Clifford insbesondere defensiv scheinbar eine schlagkräftige Truppe über die Saison aufs Parkett geschickt. Mit Vucevic verfügen Sie darüber hinaus über einen sehr variablen, offensiv- denkenden Center.

Bei den Raptors fand vor dem Saisonstart der Blockbuster-Trade der Liga statt. U.a. schickte man DeMar DeRozan nach San Antonio um Khawi „The Claw“ Leonard zu verpflichten. Dieser kam zwar mit einigen medizinischen Fragezeichen in den kalten Norden. Doch wischte er diese relativ schnell bei Seite und zeigte über die gesamte Saison defensiv als auch offensiv starke Leistungen. Kurz vor der Trade-Deadline akquirierte man noch Marc Gasol, was das Feld für Toronto aufgrund der 3er-Fähigkeiten des Centers nur noch breiter machen sollte. Toronto beendete die Saison auf Platz 2 im Osten und sie wirken wie ein verdammt gefährliches Team. Dies taten sie aber auch schon in den letzten Jahren. Nur hat man eben jetzt einen Spieler wie Leonard in seinen Reihen, welcher weiß was es heißt zu gewinnen.

Trotz ausgeglichener Serie, jedes Team gewann 2 Spiele, sehe ich die Raptors klar vorne. Dafür traten sie während der gesamten Saison einfach zu dominant auf. Defensiv wird Toronto immer die richtigen Antworten finden. Mit Ibaka, Gasol und Leonard hat man auf den Forward&Center Positionen veritable Verteidiger, welche die großen Leute der Magic sehr gut aufnehmen können. Ich sehe insbesondere Aaron Gordon vor einer sehr schwierigen Serie. Danny Green ist ebenfalls ein sehr fähiger Flügel der schnell mal in der Offensive heiß läuft. Ich bin zwar nicht der größte Lowry Fan, dennoch schätze ich seinen Einsatz sehr. Und er hat es schon geschafft so manchen gegnerischen Point Guard zur Weißglut zu treiben. Der aber wohl wichtigste Spieler neben Khawi ist Pascal Siakem. Von einem Bench-Mob Player mit hoher Energie und Intensität in der letzten Saison mauserte er sich in dieser Spielzeit zu einer absoluten Allzweckwaffe für die Torono. Immer wenn Leonard oder Lowry nicht spielten, war Siakem der entscheidende Mann. Ich bin sehr gespannt auf seinen persönlich Verlauf der diesjährigen Playoffs.

Ein Sieg für die Magic ist wahrscheinlich, insbesondere weil sie es in Regular-Season schon bewiesen haben, dass sie die Raptors schlagen können. Mehr ist aber nicht drin.

Philadelphia 76ers vs Brooklyn Nets – Tipp: 4:2    

ie 76ers qualifizierten sich das zweite Jahr in Folge relativ souverän für die Playoffs. Dennoch gab es im Vergleich zur letzten Saison während der aktuellen Spielzeit einige Veränderungen im Kader, welche sich auch erstmal spielerisch niederschlugen. Jimmy Butler und Tobias Harris wurden beide via Trade verpflichtet. Die abgegeben Assets für Harris finde ich zwar schmerzhaft, aber gerade noch okay. Insbesondere sollte er über diese Saison hinaus bei Philly bleiben. Bei Butler tu ich mich da schon deutlich schwerer. Gerade aufgrund seiner isolastigen Spielweise und speziell seiner mehr als fragwürdigen Verhaltensweise in Chicago und Minnesota gegenüber seinen Teammates birgt seine Verpflichtung doch einige Gefahren. Das Potential welches man durch die in-season Verpflichtungen nun zur Verfügung hat, erscheint aber unbestreitbar deutlich größer als das des letztjährigen Kaders. Aber auch das Bust Potential ist durch die Moves deutlich gestiegen.

Spielerisch steht und fällt meiner Meinung nach viel mit Joel Embiid und Ben Simmons. Dies gilt für die Defensive als auch die Offensive. Das Potential des Centers scheint an beiden Enden des Feldes grenzenlos zu sein. Tritt er dazu noch effizient genug auf kann ereine Serie nach belieben dominieren. Insbesondere das 2-Man-Game mit Reddick ist eine enorme Herausforderung für jede Defense. Kurz um: Embiid ist ein Matchup-Albtraum für jedes Team (außer für Boston, aber dazu vielleicht im weiteren Playoffverlauf mehr :)). Sollte er aber nicht fit sein, was im Moment wohl im Bereich des möglichen ist aufgrund einer Knieverletzung, hat Philly schon früh ein großes Problem.

Simmons hat im Gegensatz klare Vorzüge im eigenen Schnellangriff. Durch seine Athletik & Übersicht ist er hier stets brandgefährlich. Kommt Philly aber stattdessen zu oft in die halfcourt Offensive und agiert Simmons dabei zu passiv, ist die Effizient des Point Forward deutlich im Keller. Er muss offensiv (sowie auch defensiv) stets aggressiv bleiben. Ansonsten besteht die Gefahr das ihn gegnerische Defenses einfach ignorieren. Darüber hinaus haben die 76ers aber mit Harris und Butler als auch Reddick weitere potente Offensivwaffen. Bringen sie dazu ihre Verteidigung mit aufs Parkett, ist Philly in der Lage jedes Team zu schlagen.

Die Brooklyn Nets konnten sich in dieser Saison über ihre erste Playoff-Qualifikation freuen seit dem Williams, Pierce & Garnett-Team. Wie auch die Magic benötigten Sie dazu ebenfalls nur 42 Siege. Doch mehrere Jahre nach dem fürchterlichen Boston-Trade scheint nun wieder etwas mehr die Sonne in Brooklyn. Nicht nur qualifizierte man sich für diesjährige Endrunde. Man schien auch noch verdammt viel Spaß dabei zu haben und spielte teilweise sehr unterhaltsamen, vor allem aber effektiven Basketball.

Defensiv wusste das junge Team zu Weilen durchaus zu gefallen. Besonders die 3-Point Defense stach dabei immer wieder heraus. Hier etablierte man sich als Top-3-Team bei der 3-Point Field Goal Percentage. Dies ging allerdings klar auf Kosten der Rim-Protection, wodurch man überdurchschnittlich viele Punkte in Korbnähe zugelassen hat. Einen Eliteverteidiger für die Zone fehlt Brooklyn an der Stelle einfach. Und trotz einiger positive Ansätze sehe ich bspw. einen Jarett Allen hier nicht soweit einen Joel Embiid auch nur irgendwie fordern oder entsprechende Hilfe stellen zu können.

In der Offense ist DeAngelo Russel der klare Fixpunkt der Nets-Offense. Seine Performances im 4. Viertel waren seit dem Allstargame beeindruckend konstant und extrem clutch. Die Frage wird sein, wie er dieses Level auf die Playoffs transferieren kann. Hier erwarte ich doch einen deutlichen Leistungsabfall. Philly hat meiner Meinung nach mit Butler und Simmons definitiv gute Optionen um den Point Guard der Nets ordentlich zu fordern und defensiv Paroli bieten zu können.

Die Nets werden ein sehr unangenehmer Gegner für die 76ers sein. Sie geben einfach nie auf, hauen immer alles rein und haben mit Russel einen der Clutch-Player der Saison in ihren Reihen. Dennoch erwarte ich einen klaren Sieg für die Mannen aus der Stadt der brüderlichen Liebe. Die Firepower im Angriff, inside wie outside, sollten den 3rd Seed in diesem Matchup deutlich als Sieger hervorgehen lassen. Mit den Ambitionen und dem Potential welches Philly diese Saison besitzt, darf man sich hier auch nicht von den Nets ins straucheln bringen lassen.

Boston Celtics vs. Indiana Pacers – Tipp: 4:1    

Die Kobolde erlebten sicherlich eine unerwartet schwierige Saison. Diese war von ständigen Auf und Abs auf und neben dem Platz geprägt. Dabei trugen sich einige alte spielerische Probleme aus der letzten Saison auch in die Neue hinein. Im Angriff zeigte Boston immer wieder recht verfahrene Spiele mit vielen Isolation-Plays. Ein richtiger offensiver Flow, so zumindestens mein Eindruck, lies sich hier wieder nicht über den gesamten Saisonverlauf erkennen. Ein Problem, welches bereits in der letzten Spielzeit bestand.

In der Verteidigung sieht dies aber schon anders aus. Vielleicht nicht mehr ganz so dominant wie letzte Saison trat man dennoch in diesem Bereich des Spiels wieder sehr konstant auf. Die sehr gute Teamdefense als auch die individuellen Verteidiger werden Boston auch im Laufe der Playoffs in die Lage versetzen Spiele eng zu gestalten. Die Verletzung von Marcus Smart ist dabei aber definitiv eine Hypothek. Man wird sehen ob er im Laufe der Serie noch eingreifen kann. Persönlich halte ich ihn für enorm wichtig für die Celcics. Offensiv steht und fällt fast alles mit Kyrie Irving. Spieler wie Tatum, Brown und Hayward agieren an diesem Ende des Courts bisher einfach zu inkonstant. So bleibt vieles am spielfreudigen Point Guard hängen. 
 
Einen solchen Spieler, wenn auch nicht ganz vom gleichen Kaliber, haben die Pacers eigentlich auch in ihren Reihen. Doch durch die Verletzung von Oladipo im Laufe der Saison fehlt Indiana hier eine mehr als potente Scoring Option. Im weiteren Verlauf fing man dies zwar als Team recht gut auf und gerade Bogdanovic zeigte zum Teil sehr beeindruckende Partien. In den Playoffs sehe ich hier aber eine deutliche Schwachstelle. Für die heutige NBA recht untypisch, prägte maßgeblich das midrange-game die Pacers-Offense. Hier agierten sie aber äußerst effizient. Defensiv etablierte man sich auch ohne ihren Starspieler als das heißeste Defense-Team der Liga. Myles Turner machte hier den notwendigen Schritt nach vorne und stellte die dringend benötigte Zonenpräsenz zur Verfügung (2,7 Blocks pro Spiel). In der Offense vertraue ich Turner aber nicht, er ist mir hier oft zu passiv und inkonstant. Durch die Verpflichtung von Wes Matthews fand ein gute 3&D Spieler seinen Weg nach Indiana, dessen Qualitäten in den Playoffs noch von Wert sein könnten. Und von der Bank brachte Sabonis immer konstant frische Energie ins Spiel. 
 
Beide Conferences haben zwei Serien die ich persönlich sehr eng sehe. Im Osten ist das Boston vs. Indiana. Beide Teams definieren sich in erste Linie über die Defense und gehören dabei zu den Topteams der Liga. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der fehlende offensive Punch und die damit verbundene Fähigkeit regelmäßig sowie in hohem Maße zu scoren. Von daher erwarte ich hier spielerisch eine extrem enge Serie in der beide Mannschaft um jeden Punkt kämpfen müssen. Trotz dieser Einschätzung glaube ich, dass sich dies nicht im Ergebnis niederschlagen wird. Die Kelten werden in 5 engen Spielen die Serie für sich entscheiden. Den Grund dafür sehe ich vor allem in der offensiven Qualität die Kyrie Irving mitbringt. Das Pendant auf Pacers Seite mit Oladipo fällt leider verletzt für den Rest der Saison aus. Ein Ausfall den sie meiner Meinung nach nicht über eine komplette Serie auffangen können. Und in den engen Spielen wird es darauf ankommen welches Team neben seiner sehr guten Defense am Ende auch Offensiv regelmäßig scoren kann. Und hier hat Boston mit Kyrie meiner Meinung nach ganz klar die Nase vorn

Golden State Warriors vs. LA Clippers – Tipp: 4:1 

Denver Nuggets vs. San Antonio Spurs – Tipp: 3:4  

Portland Trail Blazers vs. Oklahoma City Thunder – Tipp: 1:4  

Housten Rockets vs. Utah Jazz – Tipp: 4:2

3 Replies to “Let´s play ball – DIE Analyse der ersten Runde der Playoffs 2019”

  1. Wieso dürfen die Bulls nicht bei den Playoffs mitmachen? Das macht mich sehr traurig und so habe ich keine Lust auf BBall 😀

  2. Also im Osten lag ich ja nur insgesamt 2 Spiele daneben. Bei okc vs Portland hab ich wohl alles spiegelverkehrt gesehen. Wie konnte ich auch der Meinung sein Westbrook gewinnt ne playoffserie… My bad

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