NFL Divisional Round Teil 2- der nächste Schritt Richtung Superbowl in der NFC

Heute wollen wir uns auch noch die Duelle und Vertreter in der NFC genauer anschauen. Auch hier erwarten uns zwei hoch interesannte Partien die unfassbar eng zu sein scheinen. Let´s go!

Green Bay Packers vs. Los Angeles Rams

Das letzte Duell dieser beiden Franchises ist schon über zwei Jahre her. Zur damaligen Saison dominierten die Rams die Regular Season und zogen am Ende in den Superbowl ein. Diese Saison sind die Vorzeichen genau anders herum. Green Bay spielte bisher eine mehr als starke Saison und konnte auch entgegen meiner eigenen Erwartungen noch einmal die gleiche Bilanz (13:3) vorlegen wie bereits in der letzten Spielzeit. Doch ich glaube an diesem Punkt ist jetzt Schluss mit dem Erfolg für die Cheeseheads. Und das hat maßgeblich einen Grund: die Rams Defense.

Die Rams Defense als Schlüssel zum Sieg

Bereits in der Wildcard-Round konnte die defensive Unit der Rams die hochveranlagte Offense der Seahawks in Schach halten. Zum einen waren sie im Pass Rush in Person von Aaron Donald und Leonard Floyd unheimlich dominant. Und auch im Passspiel liesen sie bis auf das eine Play von Metcalf, welches direkt zum Touchdown führte, nicht wirklich viel zu. Und auch so etwas wie ein funktionierendes Rungame konnte Seattle nie richtig auf den Turf bringen.

Das sollten auch die Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel gegen die Packers sein. Die Devise muss also lauten: kontrolliere Aaron Jons am Boden, Adams im Passspiel und zwinge die anderen Wide Receiver ihre Duelle zu gewinnen. Gerade letzteres wird trotz Jalen Ramsey, der diese Saison seinen Status als bester Cornerback der Liga meiner Meinung nach noch einmal untermauert hat, keine leichte Angelegenheit. Wide Receiver Adams hat sich diese Saison wohl entgültig an die Spitze der WR-Klasse gesetzt und wird trotz enger und guter Verteidigung das Lieblingsziel von Aaron Rodgers bleiben. Der ein oder andere Turnover wird hier wohl von Nöten sein, damit die Rams das Spiel eng halten können. Aber diese gab es beiden Packers diese Saison nicht all zu häufig.

Im Passrush ähnlich dominant zu sein wie in der Vorwoche wird zwar gegen diese O-Line eine deutlich schwierigere Aufgabe. Aber durch den Ausfall des startenden Lefttackles und durch den puren Fakt das mit Aaron Donald der beste defensive Spieler der gesamten NFL in deinen eigenen Reihen steht, sollte hier doch einiges gehen für Los Angeles.

Der erste Plan der Rams Offense muss funktionieren

Es sollte den Rams zusätzlich entgegen kommen, dass sie versuchen werden maßgeblich über den Lauf ihre Offense zu definieren und das Spiel und den Verlauf damit zu kontrollieren. Warum kann das ein Vorteil sein? Weil die Packers Verteidigung gegen den Lauf in den vergangen zwei Jahren sowie auch diese Saison immer wieder enorme Probleme hatte. Cam Akers könnte nach letzter Woche hier ein weiteres Monsterspiel winken.

Sollte das Rungame aber wieder Erwarten nicht funktionieren, könnte es brenzlig werden für Goff & Co.. Der QB der Rams hatte unter der Saison immer wieder enorme Probleme wenn er nicht in seinen Rhythmus kam und warf einige hässliche Spiele. Nimmt man in die Gleichung seine Daumenverletzung mit auf und die Erkenntnisse aus der Wildcard-Runde, so kann ich mir einen Jared Goff mit funktionierendem Rhythmus nur schwer vorstellen. Das Laufspiel muss also funktionieren und Goff darf nur als Gamemanager auftreten. Ansonsten könnten die Rams hier schnell ins Hintertreffen geraten.

Leichtes Spiel mit früher Führung

Ein enges Spiel geht meiner Meinung nach mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Rams. Sollte Green Bay allerdings früh in Führung gehen können und auch den ein oder anderen Fehler offensiv bei den Rams provozieren können, werden sie leichtes Spiel haben. Daher ist es wichtig das Green Bay schnell aus den Startlöchern kommt und LA in eine Situation bringt wo die Defense der Packers die angesprochenen Fehler provozieren kann.

Der Pass Rush der Cheeseheads nahm in den letzten Wochen wieder etwas mehr Fahrt auf. Und hier sollte auch der Angriffspunkt sein. Wenn Goff in offensichtliche Passing-Situationen kommt, muss er geblitzt und attackiert werden bis es kein Halten mehr gibt. Das Miami Spiel kann hier als Blaupause herhalten. Das Verhalten des Rams-QB in der Pocket lässt nach wie vor zu wünschen übrig und hier ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler am größten. Die Spanne für Fehler ist für LA deutlich geringer als für die Packers. Ihnen trau ich im Zweifel eher eine Aufholjagd zu als dem Wildcardteilnehmer.

Mein Tipp: ich bin dennoch überzeugt davon das die Rams ein enges Spiel mit ihrer Defense erzwingen können. Und wie schon geschrieben, sehe ich hier dann die Gäste vorne.

Packers 23:26 Rams

New Orleans Saints vs. Tampa Bay Buccaneers

NFL weit ist das wohl das am sehnlichst erwartete Duell in dieser Playoffrunde: Die beiden Altmeister Brees und Brady wahrscheinlich ein letztes Mal gegeneinander. Dabei scheint gerade der weniger Produktive (Brees) der beiden Quarterbacks der Favorit mit seinem Team zu sein. Woran liegt das genau?

Insgesamt lässt sich wohl ohne großes Risiko sagen, dass kein zweites Team in der NFL so tief besetzt ist wie das der Saints. Immer wieder waren entscheidende Spieler, insbesondere offensiv, diese Saison über nicht verfügbar. Dennoch konnte New Orleans sich ohne große Schwierigkeiten zu einem beachtlichen 12:4 spielen und damit den zweiten Platz in der Conference sichern. Dazu kommt noch ergänzend hinzu, dass beide Division Duelle gegen die Bucs relativ problemlos gewonnen werden konnten. Gerade das zweite Spiel bleibt aus Sicht von Tampa als Blamage in Erinnerung. Und auch für diese Partie sehe ich die Saints als klaren Favoriten.

Hohe Baseline als Erfolgsmodell

Zum einen hat der Zweitplatzierte der NFC seinen typischen Playoffstolperstein schon aus den Weg geräumt. In der Wildcardrunde wurden die Bears relativ leicht besiegt, ohne dass das Team aus New Orleans selbst dafür brillieren musste. In vergangenen Spielzeiten wäre so ein Spiel wie gegen die Bears immer für einen Fehltritt der Saints gut gewesen. Dieses Jahr fiel die Überraschung aber aus, Steigerungsmöglichkeiten gibt es aber noch genügend.

Zum anderen hat der NFC-South-Champ schon gezeigt das er die Bucs dominieren kann, offensiv wie defensiv. Und ich sehe hier gar keinen Grund warum das nicht wieder passieren sollte. Vor allem wenn man bedenkt das die Saints insbesondere auf der offensive Seite des Balles alle ihre Schlüsselspieler wie Thomas, Kamara, Sanders, Cook und Brees wieder zur Verfügung hat. Dazu kommt eine mehr als dominante Offensive Line, die dem Pass Rush Tampas mehr als ebenbürtig sein sollte. Insgesamt lässt sich einfach feststellen wie hoch das Niveau aller Mannschaftsteile ist und wenn dieses abgerufen wird, ist ein Erfolg der Gästemannschaft deutlich schwieriger zu erreichen.

Feuerfrei aus allen Rohren

Was sind also basierend auf den bisherhigen Erfahrungen der Bucs aus den zwei Duellen während der regulären Saison mögliche Wege zum Erfolg? Ich denke volles Risiko zu gehen wäre hier eine gewinnversprechende Taktik. Das heißt wenige Runs im Early Down, hier waren die Saints bärenstark gegen Chicago und ließen nur wenig zu.

Des Weiteren müssen die Buccaneers ihre offensiven Waffen im Passspiel entfesseln. Die Secondary der Saints sollte angreifbar sein. Insbesondere Cornerback Lattimore ist nicht immer auf dem Elitelevel vergangener Spielzeiten. Und auch Jenkins ist zwar ein Ballhawk, aber genau das lässt ihn manchmal zu agressiv spielen, was bestraft werden kann. Und mit Evans, Godwin, Brown, Brate und Gronkowski sollte an sich jede Passverteidigung angegriffen werden. Das sollte im Playcalling unbedingt Priorität genießen. Die Devise muss also lauten: gib Brady den Ball in die Hand.

Natürlich wird dabei nicht alles glatt laufen und Brady hat diese Saison schon den einen oder anderen Fehler eingebaut. Dennoch sehe ich in einem möglichen Shootout die deutlich besseren Chancen für das Team aus Florida mit einem Sieg vom Feld zu gehen als in einem defensiven Duell.

Mein Tipp: die Bucs schaufeln sich mit ihrem Playcalling zu Beginn ein zu großes Loch, aus welchem sie sich nicht mehr befreien können – Sieg Saints.

Saints 31:21 Bucs

Euer Sturmy